Siegsdorf. Rund 100 Vertreter der heimischen Kinder- und Jugendfeuerwehren folgten der Einladung des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein zur diesjährigen Dienstversammlung im Gemeindesaal Siegsdorf. Auf der Agenda standen neben einem Rückblick auf das vergangene Jahr mehrere Neuerungen, die den positiven Trend bei den heimischen Nachwuchslöschern weiter fördern sollen. Außerdem wurde die Frage diskutiert, ob die Feuerwehren dem Kreisjugendring Traunstein beitreten sollen. In diesem Jahr ist wieder ein Jugendzeltlager am Strandbad in Taching geplant.
Zufrieden konnte Fach-Kreisbrandmeister Jugend, Jan Schröter, auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurückblicken. „Gerade der Tag der Jugendfeuerwehr in Pietling darf getrost als rundum gelungener Festtag für den Feuerwehrnachwuchs bezeichnet werden“, freute sich der Kreisjugendwart. Insgesamt waren 78 Mannschaften in drei Jahrgangsstufen angetreten, um bei den Spielen ihre Sieger zu ermitteln. Abgerundet wurde der Tag durch ein buntes Rahmenprogramm.
Darüber hinaus habe man erstmals einen Jugendwarteausflug angeboten und sich mit dem Bus auf den Weg nach Augsburg gemacht, wo die Feuerwehr-Erlebniswelt besucht wurde. Sichtlich zufrieden zeigte sich Jan Schröter auch mit der Durchführung des Wissenstests: 523 Buben und Mädchen stellten sich den unterschiedlichen Aufgaben der Ersten Hilfe. „Die Übergabe des Friedenslichts in Tittmoning bildete einmal mehr einen weiteren Höhepunkt und zugleich den Abschluss des Jugendjahres der Feuerwehren“, betonte der Jugendverantwortliche.
Weiter informierte Jan Schröter die Versammlungsteilnehmer darüber, dass der Kreisfeuerwehrverband Traunstein in diesem Jahr erneut ein Zeltlager ausrichten wird. Zwischen dem 17. und 19. Juli sollen gemeinsam mit der Gemeinde und der Feuerwehr Taching den heimischen Nachwuchskräften direkt am Tachinger See schöne und unvergessliche Stunden ermöglicht werden. In das Zeltlager wird am Samstag der jährlich stattfindende Tag der Jugendfeuerwehr integriert.
Erfreulicher Zuwachs beim Nachwuchs
Einen Überblick über die zahlenmäßige Entwicklung im Jugendbereich gab Kreisbrandrat Christof Grundner. Er informierte darüber, dass sich im Landkreis Traunstein bei den 80 Feuerwehren insgesamt 159 Jugendwarte und Stellvertreter um den Nachwuchs kümmern. Zudem könne man zum Jahreswechsel insgesamt 4.928 aktive Einsatzkräfte verzeichnen. Dies ist ein zahlenmäßiger Anstieg von 35 Einsatzkräften im vergangenen Jahr.
Gleichzeitig sei die Frauenquote gegenüber dem Vorjahr um rund 1,2 Prozent auf 14,23 Prozent gestiegen. „In den Jugendfeuerwehren waren zum Jahreswechsel 1.017 Buben und Mädchen aktiv“, freute sich Christof Grundner und betonte: „Das sind landkreisweit fast 60 Nachwuchskräfte mehr als im vergangenen Jahr.“
149 Jugendfeuerwehrler konnten im vergangenen Jahr in den aktiven Dienst übernommen werden. Demgegenüber stehen 80 Abgänge aus den Jugendfeuerwehren. Eine Auswertung habe ergeben, dass hierfür unterschiedliche Gründe wie ein Wohnortwechsel oder der Beginn einer Ausbildung genannt wurden. „Die Antwortmöglichkeit, das Interesse an der Feuerwehr verloren zu haben, ist allerdings sprunghaft angestiegen“, stellte der Kreisbrandrat fest und betonte: „Dieser Tatsache müssen wir uns dringend annehmen.“
Einen weiterhin erfreulichen Trend verzeichnen die Kinderfeuerwehren. Im vergangenen Jahr wurden in Traunreut, Stein, Matzing, Traunwalchen, Holzhausen und Bergen neue Kindergruppen für sechs- bis zwölfjährige Buben und Mädchen gegründet. Von den rund 350 Kindern in 18 Feuerwehren sind fast 60 Prozent weiblich. Insgesamt dürfen sich die Feuerwehren im Nachwuchsbereich über einen Zuwachs von 191 Personen freuen. Derzeit engagieren sich 1.359 Kinder und Jugendliche im Nachwuchsbereich.
Mangel an Lehrgängen für Jugendwarte
Aus den Reihen der Feuerwehren wurde für dieses Jahr ein Bedarf von 28 Lehrgängen zum Jugendwart gemeldet. Diese werden an einer der staatlichen Feuerwehrschulen angeboten. „Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch heuer eine deutliche Unterdeckung an zugeteilten Lehrgängen“, stellte Christof Grundner fest. Lediglich 14 Einsatzkräfte aus der Region können einen Lehrgang antreten. Dennoch verwies er auf die Restplatzbörse für Lehrgänge: „Diese ist ab sofort auch im KFV-Portal zusammen mit den Restplätzen auf Landkreisebene zu finden.“
Großen Zuspruch fand zudem die neu aufgelegte Orientierungshilfe zum Einstieg in die Feuerwehr. Das Heft gliedert und strukturiert die Grundausbildung und stellt direkte Verbindungen zur „Feuerwehr-Lernbar“ her, in der sämtliche Themen hinterlegt sind. „Ziel ist es, vollständig ausgebildete Feuerwehrmänner und -frauen hervorzubringen, die eigenständig Aufgaben sicher und professionell erledigen können“, erläuterte der Fach-Kreisbrandmeister für das Ausbildungsweisen, Florian Ettmayr.
Jan Schröter brachte außerdem seine Freude darüber zum Ausdruck, „dass wir im Landkreis Traunstein in diesem Jahr das Kinderfeuerwehrforum für die oberbayerischen Feuerwehren in Seeon ausrichten dürfen“. Darüber hinaus wurden die Jugendwarte darüber informiert, dass die Brandschutzerziehung nun eine Pflichtaufgabe der Feuerwehr ist und sich der Kreisfeuerwehrverband Traunstein in einem eigenen Fachbereich intensiv mit diesem Thema befasst.
Sollen die Feuerwehren dem Kreisjugendring beitreten?
Weiterhin wurde in der Versammlung die Idee vorgestellt, im Rahmen einer Sammelbeschaffung große Zelte anzuschaffen, die sowohl von den Jugendfeuerwehren als auch im Katastrophenschutz genutzt werden können. Zudem wurde diskutiert, ob der Kreisfeuerwehrverband Traunstein sowie die Feuerwehren dem Kreisjugendring Traunstein beitreten sollen. Daraus ergeben sich sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Entscheidungsfindung soll in den kommenden Monaten durch die Feuerwehrvereine sowie den Verbandsausschuss und die Verbandsversammlung vorangetrieben werden.
Zum Abschluss der Versammlung wurden die Jugendwarte darüber informiert, dass der diesjährige Jugendwarteausflug am 9. Mai zum Flughafen Salzburg führen wird und auch Helfer in der Jugendausbildung daran teilnehmen dürfen. Die Anmeldung für das Jugendzeltlager am Strandbad in Taching startet voraussichtlich im Mai. Mit einem kräftigen Applaus für die verhinderte Fachberaterin „Kinderfeuerwehr“, Cornelia Kübler, endete die Versammlung. Sie hatte wenige Tage zuvor ihren ersten „Feuerwehrsprössling“ zur Welt gebracht. Hob
